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Wenn Sorben und Zimbern die Hymne der Kärntner Slowenen singen – Kulturtag der Europeada sorgt für viele Gänsehautmomente

So etwas hat das beschauliche 4000-Einwohner-Dorf Bleiburg/Pliberk in Kärnten/Koroška vermutlich noch nicht erlebt: Der Kulturtag der Fußball-Europameisterschaft der Minderheiten, kurz: Europeada, wurde zu einem wahren Festival der kulturellen Vielfalt und einer großen Party auf dem Hauptplatz. Gänsehautmomente am laufenden Band gab es gestern bei den vielfältigen Auftritten der Fußball-Teams, der an diesem Tag ausnahmsweise mal nicht auf dem Rasen, sondern der großen Bühne im Festzelt stattfand.

Zunächst gehörte die Bühne allerdings dem Nachwuchs. Ein slowenischer Kinderchor gab mit strahlenden Gesichtern und enthusiastischen Stimmen einige Lieder zum Besten und wurde vom Publikum ebenso lautstark bejubelt. Viele Schulklassen in der Region Kärnten hatten im Vorfeld der Europeada an verschiedenen Projekten rund um interkulturelle Verständigung, Sport und Sprachenvielfalt gearbeitet und stellten in diesem Rahmen einige Ergebnisse vor. Hunderte Zuschauer*innen – nicht nur aus dem Kreise der Europeada-Teams, sondern auch aus der heimischen Bevölkerung – jubelten ihnen zu, bevor sie schließlich mit Medaillen für ihren Einsatz geehrt wurden.

Auch ein mulitlingualer Schreibwettbewerb fand im Zusammenhang mit der Europeada in Kärnten statt. Auszüge aus ihren Texten trugen die Gewinnerinnen Emily und Celine vor, mit dem abschließenden Appell: „Ihr dürft eure Einzigartigkeit nie verlieren! Stay together – stay unique!“

Nach Begrüßungsworten des FUEN-Vizepräsidenten Gösta Toft sowie Vizepräsidentin Angelika Mlinar hieß es dann: Bühne frei für die lebendige Vielfalt Europas! Von bildstarken Videos über Tanz, Musik, Trachten und Sprechchöre reichte das Spektrum, das die 23 Fußballteams aus elf Ländern darboten. So steppten zum Beispiel Slowaken und Tschechen aus Rumänien in kunstvoll bestickten Hemden und schwarzen Stiefeln zu Folkloreklängen, die Fußballer der dänischen Minderheit aus Deutschland sangen aus voller Kehle und in Flaggen gehüllt ihren WM-Hit „Vi er røde, vi er hvide“, während die Frauen und Männer der Rätoroman*innen-Auswahl mit Kuhglocken für eine beeindruckende Geräuschkulisse sorgten. Heimat, Sprache, Identität, Stolz und Lebensfreude – dabei ging es in allen Darbietungen. Kein Wunder, dass sie unter die Haut gingen. Ganz besonders auch der Moment, als Kroaten aus Serbien gemeinsam mit Serben aus Kroatien in Trachten gekleidet auf die Bühne kamen und gemeinsam tanzten.

 „Koroška, Koroška“ klang es auch lange nach dem Ende des offiziellen Programm noch an den Verpflegungsständen. Die Hymne der Europeada-Gastgeber singen spätestens nach dem Kulturtag nicht mehr nur die Kärntner Slowen*innen selbst, sondern auch Sorben aus Deutschland, Zimbern aus Italien oder Pomaken aus Bulgarien.

Die FUEN sowie die Veranstalter der Europeada bedanken sich beim deutschen Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) für die finanzielle Unterstützung des Kulturtages. 

Fotocredit: FUEN/Laszlo Mihály

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