FUEN fordert Berücksichtigung der ladinischen Sprache bei den Olympischen Winterspielen 2026
23.01.2026Die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) ruft die Verantwortlichen der Olympischen Winterspiele 2026 dazu auf, Minderheitensprachen und Minderheitenkulturen bei der Durchführung und der offiziellen Kommunikation der Spiele zu berücksichtigen.
Hintergrund ist eine Stellungnahme der Union di Ladins dla Dolomites (Verband der Dolomitenladiner), einer Mitgliedsorganisation der FUEN sowie ihrer Arbeitsgemeinschaft Non-Kin-State (NKS). Sie fordert, die ladinische Sprache, Kultur und Volksgruppe im Umfeld der Wettbewerbe sowie bei offiziellen Anlässen sichtbar einzubeziehen.
Die Olympischen Winterspiele finden vom 6. bis 22. Februar 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt. Mehrere Wettbewerbsorte liegen im oder unmittelbar am ladinischen Siedlungsgebiet. In Cortina d’Ampezzo selbst werden Wettbewerbe mitten in Ladinien ausgetragen, weitere Wettkämpfe finden in unmittelbarer Nähe zum ladinischen Sprachraum statt. Die Ladinerinnen und Ladiner sind eine autochthone Minderheit in den Dolomiten mit eigener Sprache und historisch gewachsener kultureller Identität.

Die Union Generela di Ladins plant rund um die Olympischen Spiele mehrere begleitende Aktivitäten. Vorgesehen sind unter anderem Mini-Wörterbücher zur sportlichen Terminologie auf Ladinisch mit Übersetzungen in mehrere Sprachen, Informationsmaterialien für das internationale Publikum sowie lokale Aktionen zur Sichtbarmachung der ladinischen Wirklichkeit.
Aus Sicht der FUEN darf die Anerkennung von Minderheiten nicht allein vom Engagement der Minderheiten selbst abhängen. Auch die offiziellen Strukturen eines internationalen Großereignisses tragen Verantwortung. Bahne Bahnsen, FUEN-Vizepräsident und Sprecher der FUEN-Arbeitsgemeinschaft Non-Kin-State, erklärt dazu:
„Wenn Großereignisse wie die Olympischen Spiele in Regionen mit autochthonen Minderheiten stattfinden, müssen deren Sprachen und Kulturen Teil des offiziellen Auftritts sein. Sichtbarkeit ist keine symbolische Geste, sondern Ausdruck von Respekt und Gleichberechtigung. Wer Vielfalt propagiert, muss sie auch konkret umsetzen. Dazu gehört, dass Minderheitensprachen im öffentlichen Raum und bei offiziellen Anlässen selbstverständlich präsent sind.“
Das Thema Sichtbarkeit von Minderheitensprachen bei Großveranstaltungen stand zuletzt auch im Mittelpunkt der Jahrestagung der FUEN-Arbeitsgemeinschaft NKS, die Ende Mai 2025 in Südtirol stattfand.
Die FUEN betont, dass internationale Großveranstaltungen wie Olympische Spiele für Offenheit und Vielfalt stehen. Diese Werte müssen sich auch im Umgang mit den Minderheiten widerspiegeln, die in den Austragungsregionen leben.
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