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Wie gleichberechtigt geht es in Minderheiten-Organisationen zu? FUEN-Studie zum Projekt „Women of Minorities“ vorgestellt 

Bei FUEN-Events erleben wir häufig, dass das Geschlechterverhältnis nicht ausgeglichen ist. Deutlich mehr Männer als Frauen nehmen an unserem Kongressen, Konferenzen und Jahrestreffen teil. Aber auch in qualitativer Hinsicht, wenn man auf die Redebeiträge und Podiumsgäste schaut, sind Frauen unterrepräsentiert – und dieses Bild steht oft stellvertretend für deren generelle Präsenz in den Leitungsgremien. „Das hat uns in der FUEN zu denken gegeben und die Idee zum Projekt ,Women of Minorities‘ ist entstanden“, erklärte FUEN-Generalsekretärin Eva Penzes zu Beginn des heutigen Online-Meetings, an dem rund 20 Personen aus 13 Ländern teilnahmen.

Wie ist der Status quo? Sind Frauen in Minderheiten eine Minderheit, in offiziellen Gremien und Leitungen? Wie gleichberechtigt geht es in unseren Organisationen zu? Welche Herausforderungen gibt es? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten und den Status quo zu erfassen, haben wir unseren Mitgliedsorganisationen im November einen Fragebogen gesendet. Wir freuen uns, dass über 40 Organisationen mitgemacht haben und auf diese Weise geholfen haben, ein umfassendes Bild zu erhalten.

Die Ergebnisse dieser Studie präsentierte Zora Popova, wissenschaftliche Referentin der FUEN, zu Beginn des Meetings. Die Antworten haben gezeigt, dass Frauen grundsätzlich in den Organisationen gut repräsentiert sind, vor allem im operativen Bereich, hingegen bei Führungspositionen, also in Präsidien oder Vorständen, Männer dominieren. „Frauen machen die Arbeit, während Männer in der Führung sitzen“, fasste Zora Popova die Lage zusammen. Beim Wissen über das Thema Gleichstellung und Richtlinien zeigte sich, dass etwa zwei Drittel der teilnehmenden Organisationen über Kenntnisse verfügen, die wenigsten allerdings selbst offizielle Dokumente oder Richtlinien, was Gleichstellung in der Organisation betrifft,  bereithalten. Fortbildungen zu diesem Thema hat kaum jemand besucht.

„Die Ergebnisse zeigen, dass ein Bedarf für mehr Geschlechtergerechtigkeit vorhanden ist“, stellte Zora Popova heraus. „Als hauptsächliches Hemmnis wird die traditionelle Rolle von Frauen genannt, welche zwischen Familie und Job keine Zeit für weitere Aktivitäten lässt.“ Eine Tatsache, die Eugenia Natsoulidou, Teilnehmerin des Meetings, bestätigen konnte. „Was Frauen erreicht haben durch die Frauenbewegung ist, die Wahl zu haben. Aber: Frauen haben heute immer noch zu viele Aufgaben im Privaten, während Männer ihre Karriere im Fokus haben.“

Doch auch mangelnde Förderung, ein Mangel an Bewusstsein oder Stereotype innerhalb der Organisation stehen einer besseren Geschlechtergerechtigkeit im Wege, wie die Ergebnisse zeigen. Als Maßnahmen, die benötigt werden, nannten die Studienteilnehmer*innen Management-Training, Unterstützung von Experten sowie das Wecken von Aufmerksamkeit für das Thema, um überhaupt ein Bewusstsein zu schaffen.

Im Projekt „Women of minorities“ soll es vor allem darum gehen, Ideen über mögliche zukünftige Aktivitäten auszutauschen und mögliche Verbesserung auszuloten. Mit welchen Werkzeugen kann der Wandel zu einer besseren Repräsentanz von Frauen in Minderheiten-Organisationen gelingen? Daran gilt es, bei folgenden Treffen und Diskussionen, weiterzuarbeiten. Eine Idee ist, Frauen aus leitenden, aktiven Positionen in Minderheiten als Vorbilder dafür zu präsentieren, dass das Überwinden von Stereotypen möglich ist. Bei den Teilnehmer*innen fand dieser Ansatz Zustimmung. „Sich gegenseitig zu helfen kann eine Lösung sein. Wir müssen Frauen motivieren, sich nicht immer entschuldigen zu müssen und wir müssen gegen die versteckte Diskriminierung, die alle Frauen im Alltag erfahren, kämpfen“, meinte Elisa Ferekidou. Und nicht ganz unwichtig dabei: „Wir müssen Männer involvieren, um das Problem anzugehen“, ergänzte Eugenia Natsoulidou.

Gösta Toft, Vizepräsident der FUEN, ermunterte alle Anwesenden, an dem Thema dranzubleiben und weitere Aktivitäten zu planen. Der FUEN komme dabei eine wichtige Rolle als Vermittler von Wissen und treibende Kraft zu.

Wie können wir unseren Mitgliedsorganisationen helfen, Strategien und Leitlinien zum Thema Gleichstellung zu entwickeln? Wie schaffen wir es, Frauen zu motivieren, in aktivere Rollen in ihren Organisationen und bei unseren Veranstaltungen zu gelangen? Dies sind die Fragen, auf welche im Laufe des Projekts Antworten gesucht und – im besten Fall – in der Praxis umgesetzt werden sollen.

Wir danken dem Bundesministerium des Innern und für Heimat für die Unterstützung des Projekts.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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