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Minderheiten ohne Mutterstaat kommen in Friesland zusammen

Was haben die Volksgruppen der Roma, Sorben und Friesen, der Ladiner, Pomaken und Turk-Mescheten gemeinsam? Ihre Vertreterinnen und Vertreter gehören Minderheiten an, die weder einen eigenen Staat noch einen Nachbarstaat haben, in dem sie die Mehrheit bilden. Gerade deshalb stehen sie vor ähnlichen Herausforderungen, wenn es um den Erhalt und die Pflege ihrer Sprache, Kultur und Identität geht. Umso wichtiger ist der Austausch zwischen diesen Gemeinschaften. Eine Plattform dafür bietet die Arbeitsgemeinschaft Non-Kin-State (NKS) unter dem Dach der FUEN.

Vom 2. bis 5. Juli 2026 kommt die Arbeitsgemeinschaft nun zu ihrer zehnten Jahrestagung zusammen, diesmal in Ljouwert/Leeuwarden in der Provinz Fryslân/Friesland (Niederlande). Gastgeber der Konferenz ist die friesische FUEN-Mitgliedorganisation De Fryske Beweging, die sich für die Förderung der westfriesischen Sprache und Kultur einsetzt.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung steht das Thema „Digitale Sichtbarkeit von Minderheitensprachen“. Diskutiert wird, wie Minderheitensprachen im digitalen Raum sichtbarer werden können, etwa durch digitale Sprachressourcen, neue Anwendungen oder Initiativen aus Medien, Bildung und Zivilgesellschaft.

„Als Angehöriger der nordfriesischen Minderheit weiß ich aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, dass unsere Sprachen auch im digitalen Raum präsent sind“, sagt FUEN-Vizepräsident Bahne Bahnsen, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Non-Kin-State. „Wenn Minderheitensprachen in Apps, Medien und Onlineplattformen vorkommen, bleiben sie Teil des Alltags, besonders für junge Menschen. Gleichzeitig stärken wir mit unserer Sprachenvielfalt die kulturelle Originalität Europas, seine Lebensqualität und die Identifikationsmöglichkeiten vieler Menschen.“

Auf dem Programm stehen mehrere Arbeitssitzungen mit Beiträgen aus unterschiedlichen Bereichen. Vorgestellt werden unter anderem Projekte zur digitalen Dokumentation und Nutzung von Minderheitensprachen sowie Initiativen, die junge Menschen stärker in die digitale Präsenz ihrer Sprachen einbinden. Ergänzt werden diese Programmpunkte durch Diskussionsrunden mit Vertreterinnen und Vertretern aus Forschung, Medien und Sprachinitiativen.

Neben den inhaltlichen Diskussionen sind auch interne Arbeitssitzungen der AG vorgesehen. Dabei werden Länderberichte präsentiert, aktuelle Entwicklungen diskutiert und die nächsten Schritte der NKS-Arbeit sowie das Jahrestreffen 2027 vorbereitet.

Darüber hinaus bietet das Programm Gelegenheit, die friesische Geschichte und Kultur kennenzulernen, unter anderem bei einem Besuch des Fries Museums in Ljouwert/Leeuwarden sowie bei Exkursionen in die Region. Ljouwert/Leeuwarden war zudem 2018 Kulturhauptstadt Europas.

Den Ablauf der Tagung werden Sie in den Social-Media-Kanälen der FUEN verfolgen können.

 

Hintergrund: Die FUEN-Arbeitsgemeinschaft Non-Kin-State

Die Arbeitsgemeinschaft Non-Kin-State wurde 2017 von der FUEN ins Leben gerufen, um Minderheiten ohne Mutterstaat die Möglichkeit zu geben, ihre spezifischen Anliegen und Herausforderungen zu diskutieren, Lösungen zu finden und gemeinsame Strategien für den Erhalt ihrer kleinen Sprachen und Kulturen zu entwickeln. Aktuell gehören ihr 43 Organisationen aus 19 verschiedenen Ländern an. Ihr Sprecher ist FUEN-Vizepräsident Bahne Bahnsen.

Webseite der Arbeitsgemeinschaft: nks.fuen.org

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