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AGSM-Seminar in Tirana: Minderheitenrechte und EU-Perspektive im Fokus

Vom 4. bis 7. Juni fand in Tirana das 29. Seminar der FUEN-Arbeitsgemeinschaft Slawischer Minderheiten (AGSM) statt – erstmals in Albanien und im Jubiläumsjahr ihres 30-jährigen Bestehens. Rund 40 Vertreterinnen und Vertreter slawischer Minderheiten aus Europa nahmen teil. Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinsam mit der Mazedonischen Vereinigung „Ilinden“-Tirana, die die mazedonische Minderheit in Albanien vertritt.

Im Mittelpunkt standen die Lage der mazedonischen Gemeinschaft in Albanien, Fragen von Sprache, Bildung, kultureller Identität, politischer Teilhabe und institutioneller Anerkennung sowie die Rolle nationaler Minderheiten im westlichen Balkan auf dem Weg zur Europäischen Union.

AGSM-Sprecher und FUEN-Vizepräsident Dr. Hartmut Leipner bezeichnete das Seminar als „Meilenstein“. Die Tagung im Jubiläumsjahr unterstreiche die gewachsene Reichweite der AGSM, die heute 32 Mitgliedsorganisationen aus 11 Ländern vereint und die größte Arbeitsgemeinschaft innerhalb der FUEN ist. Zugleich betonte er die Bedeutung von Minderheitenrechten im EU-Prozess: Sie seien ein zentraler Bestandteil von Rechtsstaatlichkeit und demokratischer Entwicklung.

Bei der Eröffnung wurde die AGSM mit dem „Ilinden“-Award für ihren besonderen Einsatz für die mazedonische nationale Minderheit in der Republik Albanien ausgezeichnet. Beiträge von Expertinnen und Experten sowie eine Ausstellung zur Bildung in mazedonischer Muttersprache gaben Einblicke in die Situation der Gemeinschaft vor Ort. Eine Paneldiskussion machte deutlich: Albanien hat mit dem Minderheitengesetz von 2017 wichtige Grundlagen geschaffen, doch entscheidend bleibt, dass die darin vorgesehenen Rechte auch in der Praxis umgesetzt werden.

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Minderheitenorganisationen benannten konkrete Herausforderungen, darunter politische Repräsentation, die Anpassung an europäische Standards sowie Fragen von Assimilation und demografischer Entwicklung. Einigkeit bestand darin, dass Minderheiten einen Mehrwert für Gesellschaft und Demokratie darstellen.

Neben den öffentlichen Programmpunkten diente das Seminar der internen Arbeit der AGSM. Die Mitgliedsorganisationen berichteten über aktuelle Entwicklungen in ihren Gemeinschaften, laufende Projekte und gemeinsame Anliegen innerhalb der FUEN. Auch der Austausch mit politischen Institutionen gehörte zum Programm: Im Parlament der Republik Albanien erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die parlamentarische Arbeit und sprachen minderheitenrelevante Themen an. Begegnungen mit Institutionen und ein kulturelles Rahmenprogramm ergänzten die Veranstaltung.

Das 30-jährige Bestehen der AGSM wurde mit einem Festabend gewürdigt. Die FUEN dankt insbesondere den Gastgebern der Mazedonischen Vereinigung „Ilinden“-Tirana für die Organisation und Gastfreundschaft.

Die Fotogalerie zum 29. AGSM-Seminar in Tirana finden Sie HIER.

Hintergrund: Die AGSM in der FUEN

Die FUEN-Arbeitsgemeinschaft Slawischer Minderheiten (AGSM) wurde 1996 gegründet und vereint slawische Minderheitenorganisationen aus verschiedenen europäischen Ländern. Als Teil des FUEN-Netzwerks bietet sie ihren Mitgliedern eine Plattform für Austausch, Zusammenarbeit und gemeinsame Interessenvertretung. Die jährliche Seminarreihe findet jeweils in einer anderen Region mit slawischer Minderheit statt und gibt Einblicke in die Lage der jeweiligen Gemeinschaft vor Ort.

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