Abkommen im Europarat geschlossen: FUEN stellt die Kampagne „Mute Hate Speech“ und den erneuerten „Minority Monitor“ vor
13.07.2026Der ehemalige Vizepräsident der Föderalen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN), Gösta Toft, hielt am 19. Juni im Rahmen der „No Hate Speech Week“ eine eindringliche Rede vor dem Europarat in Straßburg. Die wegweisende Veranstaltung, die mit einem neuen europäischen Pakt gegen Hassrede erfolgreich abgeschlossen wurde, brachte traditionelle nationale Minderheiten, kleine Sprachgemeinschaften, LGBTI-Gruppen und neue Migrantenminderheiten zusammen, um einen sichereren und inklusiveren Kontinent zu schaffen.
Die Woche war geprägt von dynamischen sektorübergreifenden Initiativen, darunter ein innovativer Hackathon, bei dem 20 Teams aus ganz Europa versuchten, Hassrede mithilfe künstlicher Intelligenz einzudämmen. Neben diesen technologischen Workshops moderierte Toft die FUEN-Veranstaltung mit dem Titel „Hassrede gegen Minderheiten in Europa unterbinden“, in der ein umfassender Ansatz zur Bekämpfung der Normalisierung von Diskriminierung im Vordergrund stand.
In seiner Ansprache betonte Toft, dass Hassrede nicht nur aus Worten bestehe, sondern einen direkten Angriff auf die grundlegenden europäischen Werte der Menschenwürde, Gleichheit und des Respekts darstelle. Um diesem Problem dort entgegenzutreten, wo Gemeinschaften zusammenkommen und die Emotionen hochkochen, startete die FUEN die Kampagne „Mute Hate Speech!“, bei der Fußball genutzt wird, um Diskriminierung zu bekämpfen. Diese Botschaft bildete eine zentrale Säule der historischen EUROPEADA 2024 – der Fußball-Europameisterschaft der nationalen Minderheiten –, die in der deutsch-dänisch-friesischen Grenzregion stattfand. Das Turnier brachte 900 Fußballer aus 24 Minderheiten in 13 Ländern zusammen, die gemeinsam mit der UEFA und dem Deutschen Fußball-Verband den Slogan „Mute Hate“ direkt auf dem Spielfeld vertraten.
Um das Bewusstsein an der Basis durch empirische Daten zu ergänzen, stellte Toft den „Minority Monitor“ vor. Die zentralisierte Plattform hat 46 dokumentierte Vorfälle von Hassrede ausgewertet und präsentiert und dabei die Normalisierung von Intoleranz durch Social-Media-Algorithmen, die instrumentelle Nutzung durch Politiker, Angriffe auf die sprachliche Vielfalt sowie die Eskalation von Hassrede zu Sachbeschädigung oder gewalttätigen Übergriffen nachverfolgt. Um diese Daten effektiv zu verorten, hat die FUEN kürzlich ein hochgradig interaktives Kartierungstool auf der Plattform eingeführt.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Roma-Gemeinschaft. Toft traf sich mit dem bekannten Roma-Künstler Sead Kazanxhiu, der den Vorsitz der Kommission für nationale Minderheiten in Albanien innehat. Kazanxhiu präsentierte bewegende künstlerische Werke und wies darauf hin, dass es in der Sprache der Roma kein Wort für „Grenzen“ gibt – eine Beobachtung, die Toft als zutiefst beeindruckend bezeichnete.

Toft lobte das Engagement auf hoher Ebene bei der Veranstaltung und hob insbesondere hervor, dass sich der Generalsekretär des Europarats, Alain Berset, viel Zeit genommen habe, um persönlich mit den Teilnehmern ins Gespräch zu kommen, bei denen es sich überwiegend um junge Aktivisten handelte.
Toft würdigte zwar neue technologische Hilfsmittel wie KI und Kartensoftware, schloss jedoch mit einem Aufruf an den kollektiven menschlichen Willen, Vielfalt anzunehmen und Chancengleichheit zu gewährleisten. Er forderte den Europarat, lokale Organisationen und die Bürger nachdrücklich auf, die Partnerschaft aufrechtzuerhalten, und betonte, dass sich die Gesundheit einer Gesellschaft letztlich darin widerspiegelt, wie sie mit ihren schutzbedürftigsten und kleinsten Sprachgruppen umgeht.
„Lasst uns laut werden, damit wir den Hass endlich zum Schweigen bringen können“, forderte Toft.
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