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„Minderheitenrechte dürfen nicht vom politischen Klima abhängen“

FUEN-Präsidentin Olivia Schubert hält am Dienstag, dem 21. April 2026 ein Vortrag vor der Generalversammlung des Südtiroler Volksgruppeninstituts (SVI) in Bozen.

Sie hoffe, dass das geopolitische Umfeld nicht noch schlechter werde und keine weiteren Krisen zu den vielen bereits schwelenden dazukommen, sagte FUEN-Präsidentin Olivia Schubert am Dienstag in ihrem Vortrag vor der SVI-Versammlung, denn in Krisenzeiten neigten Politiker stark dazu, Minderheitenfragen unter Sicherheitsaspekten in den Fokus zu nehmen, weniger als grundlegende Menschenrechtsfrage. In solchen Zeiten werden oft auch Sprachenrechte im Namen der nationalen Einheit infrage gestellt.

„Wir müssen darauf einheitliche Antworten finden“, sagte Schubert. Sie forderte, dass die EU-Kommission eine institutionelle Ansprechstelle für die nationalen Minderheiten Europas einrichtet. Populistischen Narrativen müsse mit Fakten begegnet werden. Da die EU zögere, sich mit Minderheitenfragen zu befassen, müssten die Minderheiten Europas bei der Schaffung und Stärkung rechtlicher Schutzmechanismen verstärkt mit den Vereinten Nationen und dem Europarat zusammenarbeiten.

Dass die „Minority SafePack“-Initiative gescheitert sei, sei keine Niederlage, sondern nur ein Rückschlag, betonte Schubert. „Die Entscheidung der Kommission kann das Netzwerk der Solidarität, das wir aufgebaut haben, nicht auslöschen“, fuhr die FUEN-Präsidentin fort und versicherte, dass die in der Initiative aufgeführten Ziele und Maßnahmen auf anderen Wegen weiterverfolgt werden.

Dabei setzt die FUEN stark auf die Unterstützung aus Südtirol. Darauf habe sich die FUEN auch in der Vergangenheit verlassen können, betonte Schubert und verwies auf die lange Reihe von Südtiroler Präsidenten und -Vizepräsidenten in der Geschichte der FUEN.

Sie dankte namentlich dem langjährigen wissenschaftlichen Leiter des Volksgruppeninstituts und SVI-Ehrenobmann Christoph Pan. Er habe beispielsweise nach der Wende 1989/90 beim Aufbau der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, die auch Donauschwaben genannt werden, sein reiches Wissen und seinen Schatz an Erfahrungen eingebracht.

Bei der Versammlung wählten die Mitglieder den neuen Vorstand des Südtiroler Volksgruppeninstituts. Ihm gehören an Walter Cristofoletti, Roland Verra, Hugo-Daniel Stoffella, Georg Lezuo und Barbara Kemenater. Der neue Obmann wird bei der konstituierenden Sitzung des Vorstands bestimmt.

Der wissenschaftliche Leiter des SVI, Paul Videsott, bedankte sich beim scheidenden Obmann Iaco Rigo, der nach dem allzu frühen Tod von Klaus Kemenater in die Bresche gesprungen war und das Ruder übernommen hatte. Dank sprach Videsott auch den scheidenden Vorstandsmitgliedern Georg Pardeller und Hans Egger aus, die sich nach vielen Jahren Engagement aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung gestellt hatten.

Zu den wichtigsten Aufgaben im Tätigkeitsprogramm des SVI gehören die Herausgabe der wissenschaftlichen Zeitschrift „Europäisches Journal für Minderheitenfragen“ (EJM), der Erfahrungsaustausch sowie die Forschung in Volksgruppen- und Autonomiefragen.

https://www.svi-bz.org/it/home/

https://biblioscout.net/journal/ejm

 

Bild:

Der neue SVI-Vorstand mit der FUEN-Präsidentin: (von links) Paul Videsott, Hugo-Daniel Stoffella, Barbara Kemenater, Roland Verra, Olivia Schubert, Walter Cristofoletti und Georg Lezuo.

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