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Eine Existenz infrage gestellt: Der Fall der griechisch-orthodoxen Gemeinschaft in Istanbul

Ein neu veröffentlichter Fall im „Minority Monitor“ dokumentiert die schwere existenzielle Krise, mit der eine der ältesten historischen Bevölkerungsgruppen Istanbuls, die griechisch-orthodoxe Gemeinschaft, konfrontiert ist.

Auf Grundlage von Resolutionen, die die Ecumenical Federation of Constantinopolitans zwischen 2014 und 2025 bei der FUEN eingereicht hat, zeichnet die Studie nach, wie jahrzehntelange diskriminierende Maßnahmen eine einst lebendige Gemeinschaft mit mehr als 100.000 Menschen in eine alternde Bevölkerungsgruppe mit weniger als 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern verwandelt haben.

Der Artikel hebt einen grundlegenden Wandel in der Interessenvertretung der Gemeinschaft hervor. Während sich frühere Bemühungen vor allem auf die Rückgabe von Eigentum, das staatliche Gegenseitigkeitsprinzip und die institutionelle Selbstverwaltung konzentrierten, hat sich der zentrale Kampf heute vom Recht auf Gleichbehandlung hin zum existenziellen Recht auf Fortbestand verlagert. Da inzwischen rund 99 Prozent der konstantinopolitanischen Bevölkerung im Ausland leben, steht die Gemeinschaft vor großen Schwierigkeiten, ihr historisches Netzwerk von rund 70 Wohlfahrtsstiftungen aufrechtzuerhalten, für deren Verwaltung gesetzlich mehrere Hundert Personen erforderlich sind.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, nennt der Fall dringende Prioritäten. Dazu gehören die Öffnung der Stiftungsverwaltung für die im Ausland lebende Diaspora, um die Selbstverwaltung der Gemeinschaft zu erhalten, sowie die Unterstützung der Rückkehr jüngerer Generationen durch das Programme HOPE. Zudem wird gefordert, die historische Aufarbeitung durch eine offizielle parlamentarische Untersuchung des verheerenden Pogroms von 1955 voranzutreiben und seit Langem bestehende rechtliche Hindernisse zu beseitigen, etwa die fehlende Anerkennung der Rechtspersönlichkeit nichtmuslimischer religiöser Institutionen.

Die vollständige Fallstudie kann auf der neuen, verbesserten Webseite des „Minority Monitor“ eingesehen werden. Dort finden sich umfassende Informationen zur Geschichte der Gemeinschaft und zu ihrer laufenden Interessenvertretung.

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