Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten
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FUEN-Kongress untersucht den muttersprachlichen Zugang zu Gesundheits- und Sozialdiensten

Der Zugang zu Gesundheitsversorgung und sozialer Unterstützung in der eigenen Muttersprache ist kein Privileg, sondern eine Frage der Patientensicherheit, der Menschenwürde und der grundlegenden Gleichberechtigung. Auf dem 70. Jahreskongress der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) am Donnerstag, den 17. September, in Helsinki/Helsingfors kamen Gesundheitsfachkräfte, führende Akademiker und Sprachverfechter zusammen, um die kritischen Lücken zwischen offiziellen Sprachgesetzen und ihrer praktischen Anwendung im medizinischen und pflegerischen Bereich in ganz Europa zu diskutieren.

Das von Peggy Heikkinen, Senior Advisor bei Folktinget, moderierte Panel „Sprachplanung im Sozial- und Gesundheitswesen“ untersuchte, wie gesetzliche Sprachrechte in eine zugängliche Gesundheitsversorgung umgesetzt werden können. Vertreter der schwedischsprachigen Minderheit in Finnland, der ungarischen Minderheit in Rumänien und der katalanischsprachigen Gemeinschaft tauschten ihre Erfahrungen aus.

Kia Leidenius, Senior Specialist im Bezirk der Wohlfahrtsdienste West-Uusimaa, betonte, dass die Sprachplanung in alle Ebenen der Gesundheitsverwaltung integriert werden muss. Um dem Mangel an schwedischsprachigem Fachpersonal zu begegnen, bedarf es der Einbindung des Managements, der Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsregionen und des Sprachtrainings im Berufsalltag.

Prof. Dr. Csaba Dégi von der Babeș-Bolyai-Universität in Rumänien unterstrich die Bedeutung der muttersprachlichen Gesundheitsversorgung für gefährdete Patienten, insbesondere für solche mit schweren Krankheiten wie Krebs. „Ohne eine bedarfsorientierte Perspektive ist die rechtliche Perspektive nur die halbe Wahrheit“, stellte er fest. Er plädierte dafür, Minderheitengemeinschaften direkt in die Gestaltung von Gesundheitsdiensten einzubeziehen.

Albert Massana von der Plataforma per la Llengua wies auf Lücken bei der Umsetzung der katalanischen Sprachrechte im Gesundheitswesen hin. Er warnte davor, dass Personalmangel und verzögerte Sprachanforderungen dazu führen können, dass Patienten nicht mehr in ihrer eigenen Sprache mit dem medizinischen Personal kommunizieren können. Er forderte progressive Sprachanforderungen für neu eingestelltes Personal und verwies auf die regelmäßigen Sprachprüfungen in Andorra als mögliches Vorbild.

Die Diskussionen unterstrichen, dass verfassungsmäßige und gesetzliche Schutzbestimmungen unvollständig bleiben, wenn sie nicht durch eine systematische, bedarfsorientierte Umsetzung flankiert werden. Da Sprachbarrieren in medizinischen und sozialen Beratungen zu Fehldiagnosen, akuter Not und beeinträchtigter Pflege führen können, muss institutionelle Sprachplanung als klinischer Kernstandard behandelt werden. Um diese Lücke zu schließen, müssen Gesundheitsverwalter die Bereitstellung von Sprachdiensten aktiv überwachen, praktisches Sprachenlernen direkt in die Arbeitsabläufe integrieren, klare sprachliche Anforderungen für neues Personal durchsetzen und Versorgungswege in direkter Partnerschaft mit Minderheitengemeinschaften gestalten.

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