Non-Kin-State Minderheiten diskutieren Herausforderungen in Zeiten von Corona im ersten Online-Treffen ihrer Arbeitsgemeinschaft
17.07.202013 Vertretende zehn verschiedener Minderheiten ohne Mutterstaat (Nordfriesland, Ruthenen, Bretonen, Aromunen aus Rumänien, Aromunen aus Serbien, Pomaken aus Bulgarien, Krim-Tataren, Turkmescheten aus Aserbaidschan, Turkmescheten aus Russland, Lesgier aus Russland) nahmen am ersten Online-Treffen der FUEN Arbeitsgemeinschaft Non-Kin-State am Mittwoch, den 8. Juli, teil. Die Sitzung wurde vom Sprecher der Arbeitsgemeinschaft und FUEN Vizepräsident Bahne Bahnsen geleitet.
Das Hauptaugenmerk des Treffens, das von Arvid Martens, Koordinator der Arbeitsgemeinschaft, organisiert wurde, lag auf der aktuellen Situation der Minderheiten, Berichten der Teilnehmenden über die Lage ihrer Minderheit und Organisation, geplanten Aktivitäten während und nach der COVID-19-Pandemie, und auch den Herausforderungen, die sie zu überwinden hatten und erfolgreich bewältigten. Die Tätigkeiten vieler Minderheitenorganisationen waren durch die Pandemie erheblich beeinträchtigt, da Veranstaltungen wie Kongresse, Konferenzen und Festivals abgesagt, in den Herbst oder sogar ins nächste Jahr verschoben werden mussten. Manche Minderheiten waren wirtschaftlich stark getroffen, zum Beispiel durch gestiegene Arbeitslosigkeit, und sogar ihre im Ausland arbeitenden MitbürgerInnen verloren ihre Jobs und mussten nach Hause zurückkehren. Während des Treffens war es interessant zu beobachten, wie unterschiedlich die Regierungen auf ähnliche Herausforderungen reagierten: während in Frankreich alle Fernsehprogramme in bretonischer Sprache ausgesetzt wurden, erhöhte sich das TV-Programm auf Aromunisch in Nord-Mazedonien auf drei Stunden täglich.
Aber die Zeit brachte auch beispielhafte Solidar- und Wohltätigkeits-Aktionen hervor und erhöhte das Interesse an Online-Bildung, die Zeit für Selbstreflektion, und die Zahl der Programme sowie die Online-Präsenz. Die Aromunische Gemeinschaft in Rumänien feierte beispielsweise den Nationalen Tag der Aromunen (23. März) online mit einer zwölfstündigen Live-Übertragung mit Diskussionen über Geschichte mit der gesamten Diaspora, Lyrik und Live-Musik. Die Show wurde von mehr als 200 000 Leuten verfolgt.
Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Bahne Bahnsen kündigte an, dass das Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaft Non-Kin-State ebenfalls online stattfinden werde. Er schlug vor ExpertInnen einzuladen, die über das Aussterben und die Assimilierung von Minderheitensprachen und -gemeinschaften, und wie dies zu verhindern sei, sprechen können.

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